ezzy » Optionshandel » Verfallstag und Restlaufzeit einer Option
Jede Option hat eine begrenzte Laufzeit – und spätestens am Verfallstag muss der Inhaber eine Entscheidung treffen: Ausübung oder Verfall? Dabei spielt es im Hinblick auf die Restlaufzeit einer Option eine große Rolle, ob es sich um eine amerikanische oder eine europäische Option handelt, denn dies beeinflusst den Zeitpunkt der Ausübung. Im Folgenden erfährst du, was den Verfallstag ausmacht und wie sich die Verfügbarkeit der Verfallstage einer Option auf deren Liquidität auswirkt.
Der Verfallstag ist der letzte Tag, bevor eine Option endgültig wertlos verfällt. Am Ende des Verfallstages muss der Inhaber einer Option spätestens über die Ausübung der Option entschieden haben:
„Übe ich meine Call- bzw. Put-Option aus und nutze sie entsprechend, um Aktien zum Ausübungspreis zu kaufen bzw. zu verkaufen? Oder macht ein Kauf bzw. Verkauf regulär über die Börse mehr Sinn, weil der Preis dort attraktiver ist?“
Der Inhaber übt eine Option nur dann aus, wenn sie zum Verfallstag im Geld ist und eine Ausübung somit profitabler ist. Häufig geschieht dies sogar automatisch durch den Broker. Falls die Option nicht im Geld ist, wird der Inhaber sie wertlos verfallen lassen.
Wenn die Optionsausübung jederzeit während der Laufzeit erlaubt ist, spricht man von amerikanischen Optionen („American Style“). Im Gegensatz dazu können europäische Optionen („European Style“) nur genau am Fälligkeitstermin ausgeübt werden. Das hat übrigens nichts damit zu tun, in welcher Region die Option gehandelt oder ausgegeben wird.
Im zeitlichen „Grenzbereich“ sollte man wissen, dass die Optionsausübung durch den Optionsinhaber auch noch nach Börsenschluss des Verfallstages möglich ist. Das heißt, dass der Schlusskurs am Verfallstag noch keine definitiv sichere Indikation ist, ob die Option verfallen wird oder nicht. Allerdings ist er ein sehr guter Anhaltspunkt. Überraschungen kann es dann geben, wenn nach Börsenschluss Unternehmensmeldungen oder andere marktbeeinflussende Daten veröffentlicht werden. Wer auf Nummer sicher gehen möchte, wartet den Verfallstag vollständig ab. Hier ist z. B. die Zeitverschiebung zu den USA zu beachten.
Neben dem Verfallstag und der Restlaufzeit einer Option gibt es übrigens noch weitere relevante Daten im Lebenszyklus einer Option. Dazu gehört z. B. die Veröffentlichung von Quartalszahlen oder Zuteilungstermine von Dividendenzahlungen. So können Quartalsergebnisse für stärkere Bewegungen im Basiswert und somit auch im Preis darauf laufender Optionen sorgen. Dividendenzahlungen können in bestimmten Fällen eine frühzeitige Ausübung (Early Exercise) von Call-Optionen nach sich ziehen.
Je nach Liquidität der Option (diese hängt z. B. von der Marktkapitalisierung des Basiswertes ab) gibt es mehr oder weniger verfügbare Verfallstage. Bei großen Basiswerten sind Weekly Options mit Verfall an jedem Freitag üblich. Bei kleineren Basiswerten sind hingegen Monthly Options die Regel. Diese verfallen dann stets am dritten Freitag des Monats. Bei einigen Indexoptionen gibt es sogar täglich verfallende Optionen.
Ähnlich wie bei der Anzahl der verfügbaren Strike-Preis sorgen Optionen mit mehr verfügbaren Verfallstagen für wesentlich mehr Flexibilität beim Handeln. Anhand der Optionskette wird direkt ersichtlich, dass der liquidere Basiswert (im Beispiel Pfizer; Kürzel PFE) wesentlich mehr Verfallstage bietet als der weniger liquide Basiswert (im Beispiel die Bank OZK; Kürzel OZK).
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