CAGR erklärt: So misst du den langfristigen Erfolg deiner Investments

Du investierst dein Geld an der Börse, aber wie genau misst du den Erfolg deiner Investments? Eine der wichtigsten Kennzahlen, die du angesichts dessen kennen solltest, ist die Compound Annual Growth Rate (CAGR), also die jährliche Wachstumsrate. In diesem Blogpost werden wir uns damit befassen, worum es sich bei dieser Kennzahl genau handelt. Dabei erläutern wir, wie du die CAGR, also die jährliche Wachstumsrate, berechnen kannst und warum sie für dich von Bedeutung ist.

Berechnungsformel - Beispielbild

Was ist die Compound Annual Growth Rate?

Die Compound Annual Growth Rate (CAGR) ist eine wichtige Kennzahl. Denn man verwendet sie, um das durchschnittliche jährliche Wachstum einer Investition über einen bestimmten Zeitraum zu messen. Anders als eine einfache Durchschnittsberechnung berücksichtigt die jährliche Wachstumsrate die Tatsache, dass das Wachstum einer Investition nicht linear verläuft, sondern sich im Laufe der Zeit akkumuliert.

CAGR berechnen

Um die CAGR zu berechnen, benötigst du den Anfangswert deiner Investition sowie den Endwert und die Anzahl der Jahre, über die die Investition gehalten wurde. Die Formel, um die Wachstumsrate zu berechnen lautet dementsprechend wie folgt:

CAGR = [(Endwert / Anfangswert)1/n] − 1
Abb. 1) Formel zur Berechnung der Compound Annual Growth Rate (CAGR)

Dabei steht n für die Anzahl der Jahre, über die die Investition gehalten wurde.

Die CAGR ermöglicht es dir somit, das Wachstum deiner Investitionen über verschiedene Zeiträume hinweg direkt zu vergleichen. Dies gilt unabhängig davon, ob diese Zeiträume kurz oder lang sind. Das ist besonders nützlich, wenn du Investitionen mit unterschiedlichen Anlagezeiträumen vergleichen möchtest.

Ein wichtiger Punkt bei der Verwendung der jährlichen Wachstumsrate ist allerdings, dass sie das Volatilitätsrisiko einer Anlage nicht berücksichtigt. Das heißt, dass die CAGR allein nicht ausreicht, um das gesamte Risiko einer Investition zu bewerten. Es ist daher wichtig, auch andere Faktoren wie die Volatilität, das Beta und die Sharpe Ratio zu berücksichtigen. Denn nur so kannst du wissensbasierte Entscheidungen treffen.

Insgesamt bietet dir das Berechnen der Wachstumsrate allerdings eine nützliche Möglichkeit, um das durchschnittliche jährliche Wachstum deiner Investitionen zu messen und zu vergleichen. Indem du die jährliche Wachstumsrate berechnest, kannst du somit besser einschätzen, wie erfolgreich deine Investitionen im Laufe der Zeit waren.

cagr / jährliche wachstumsrate berechnen

Die CAGR berechnen – Warum ist das wichtig?

Anstatt sich nur auf kurzfristige Gewinne oder Verluste zu konzentrieren, ermöglicht dir die CAGR, das langfristige Wachstum deiner Investments zu bewerten. Durch die Verwendung der jährlichen Wachstumsrate kannst du besser einschätzen, ob deine Investitionen ihre finanziellen Ziele erreichen. Außerdem kannst du damit besser beurteilen, ob sie im Vergleich zu anderen Anlageoptionen angemessen abschneiden.

Beispiel: Wachstumsrate berechnen

Angenommen, du hast vor fünf Jahren €10.000 in eine Aktie investiert. Der aktuelle Wert deiner Investition beträgt €20.000.

Dabei lässt sich die durchschnittliche jährliche Wachstumsrate deiner Investition ganz einfach ermitteln – unabhängig davon, wie stark die einzelnen Jahresrenditen geschwankt haben. Die folgende Formel liefert dir eine geglättete Kennzahl für den gesamten Zeitraum:

CAGR = [(20.000 / 10.000)1/5] − 1
CAGR = (2)1/5 − 1
CAGR ≈ 0,1487 oder 14,87 %
Abb. 3) Beispielberechnung der jährlichen Wachstumsrate

Das heißt, dass deine Investition im Durchschnitt um etwa 14,87% pro Jahr gewachsen ist.

Die Compound Annual Growth Rate besitzt also gleich aus mehreren Gründen eine hohe Relevanz. Wir haben dir einige ihrer Vorteile im Folgenden kurz zusammengefasst.

Vorteile der CAGR

  • Langfristige Leistungsbeurteilung: Die CAGR ermöglicht es dir, das langfristige Wachstum deiner Investitionen objektiv zu bewerten. Indem du die CAGR berechnest, kannst du feststellen, ob deine Anlagen im Laufe der Zeit konsistent erfolgreich waren oder ob sie Schwankungen unterworfen waren.
  • Vergleich von Investitionen: Die CAGR bietet eine standardisierte Methode, um verschiedene Investitionen miteinander zu vergleichen. Indem du die CAGR verschiedener Anlagen berechnest, kannst du feststellen, welche Anlagen im Vergleich zu anderen besser abgeschnitten haben.
  • Bewertung der Anlagestrategie: Die CAGR hilft dir dabei, die Wirksamkeit deiner Anlagestrategie zu bewerten. Indem du die CAGR deiner Investitionen überprüfst, kannst du feststellen, ob deine derzeitige Anlagestrategie effektiv ist oder ob Anpassungen vorgenommen werden müssen. Dies kann dazu beitragen, potenzielle Schwächen in deiner Anlagestrategie zu identifizieren und zu korrigieren.
  • Entscheidungsfindung: Die CAGR liefert dir wichtige Informationen, die du bei der Entscheidungsfindung berücksichtigen kannst. Wenn du bspw. zwischen verschiedenen Anlageoptionen wählen musst, kannst du die CAGR verwenden, um festzustellen, welche Option langfristig das beste Wachstumspotenzial bietet

Auch wenn die Compound Annual Growth Rate eine wertvolle Kennzahl ist, die dir helfen kann, das langfristige Wachstum deiner Investitionen zu bewerten, hat sie dennoch ihre Grenzen. Daher ist es entscheidend, sich auch mit den Nachteilen der CAGR auseinanderzusetzen. Denn nur so kannst du sicherstellen, dass du ihre Ergebnisse im richtigen Kontext bewertest und nicht in die Irre geführt wirst.

Nachteile der CAGR

  • Vernachlässigung von Volatilität: Die CAGR stellt lediglich das durchschnittliche jährliche Wachstum dar und berücksichtigt dabei nicht die Schwankungen (Volatilität) einer Investition. Selbst wenn eine Anlage starken Schwankungen unterliegt, erscheint das Wachstum in der CAGR-Berechnung gleichmäßig, was ein verzerrtes Bild der Stabilität der Anlage vermitteln kann.
  • Kein Risikoindikator: Die CAGR bietet keine Informationen über das Risiko einer Investition. Faktoren wie das Beta oder die Standardabweichung, die das Risiko messen, bleiben unberücksichtigt. Eine Anlage mit hohem Risiko kann dieselbe CAGR aufweisen wie eine risikoarme Investition.
  • Ungeeignet für kurze Zeiträume: Die CAGR eignet sich besonders gut für langfristige Analysen, da sie die durchschnittliche Wachstumsrate darstellt. Bei kurzfristigen Zeiträumen oder Anlagen mit stark schwankenden Renditen kann die Kennzahl jedoch weniger aussagekräftig sein.
  • Kein direkter Vergleich mit anderen Kennzahlen: Die CAGR ist zwar nützlich, um das Wachstum zu messen, lässt sich aber nicht ohne weiteres mit anderen Kennzahlen wie der Sharpe Ratio oder der Rendite eines Portfolios kombinieren. Dadurch wird es schwieriger, ein ganzheitliches Bild einer Investition zu erhalten.
  • Eingeschränkte Aussagekraft bei Zwischenentnahmen oder -einzahlungen: Wenn während des Betrachtungszeitraums zusätzliche Einzahlungen oder Entnahmen getätigt werden, verfälscht dies die Berechnung der CAGR. Die Kennzahl geht von einer konstanten Investitionssumme aus, was in der Realität oft nicht der Fall ist.

Insgesamt ist, die CAGR zu berechnen, ein wichtiges Vorgehen für private Investoren. Denn damit kannst du das langfristige Wachstum deiner Anlagen bewerten, verschiedene Anlageoptionen miteinander vergleichen und so die für dich richtigen Entscheidungen treffen. Allerdings solltest du auch die Grenzen und Limitationen dieser Kennzahl kennen und in deine Überlegungen einbeziehen.

CAGR als Teil der Gesamtanalyse

Fazit

Die Compound Annual Growth Rate (CAGR) ist eine wichtige Kennzahl für private Investoren, um das langfristige Wachstum ihrer Investments zu messen. Denn durch die Berechnung der CAGR kannst du besser verstehen, wie erfolgreich deine Investitionen über einen bestimmten Zeitraum waren. Es handelt sich somit um eine nützliche Methode, um den Erfolg deiner Anlagen zu bewerten. Denn, wenn du als privater Investor erfolgreich sein möchtest, ist es wichtig, die richtigen Werkzeuge zur Bewertung deiner Investments zu haben. Nutze daher unter anderem die jährliche Wachstumsrate, um deine finanziellen Ziele zu erreichen!

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