Die Optionsprämie

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Als Optionsprämie bezeichnet man denjenigen Preis, den der Käufer für eine Option bezahlen muss. Er möchte sich mit der Option einen bestimmten Kaufpreis (Call-Option) bzw. Verkaufspreis (Put-Option) von beispielsweise einer Aktie zusichern – und muss für diese “Versicherung” eine Prämie entrichten.

Damit ist die Optionsprämie gleichzeitig der Betrag, den wiederum der Stillhalter beim Verkauf der Option sofort gutgeschrieben bekommt und unabhängig vom weiteren Verlauf des Geschäfts behalten darf. Die Optionsprämie ist seine Kompensation, sich zeitlich befristet zum Verkauf- bzw. Kauf des Basiswertes zu verpflichten.

Die Optionsprämie entspricht schlicht dem zum Verkaufszeitpunkt aktuellen Marktpreis der Option an der Terminbörse – welcher sich aus Innerem Wert und Zeitwert zusammensetzt.

Optionsprämie

Die Höhe der Optionsprämie

Die Höhe der Prämie hängt hauptsächlich davon ab, wie wahrscheinlich die Ausübung der Option (“Versicherungsfall”) bis zum Laufzeitende ist. Oder anders ausgedrückt: Je wahrscheinlicher die Abnahme- bzw. Auslieferungsverpflichtung eintritt, desto stärker muss der Stillhalter durch die Prämieneinnahme kompensiert werden bzw. desto mehr muss der Optionskäufer für seine Absicherung bezahlen. 

Insofern ist die Optionsprämie tendenziell höher, je dichter der Kurs des Basiswertes am Strikepreis ist (man spricht hier von der Moneyness), je stärker der Basiswert im Mittel schwankt und je länger die Option noch läuft. Durch die Auswahl des Basiswertes (stark schwankend – wenig schwankend), Strike-Preis (nach am Kurs – weit vom Kurs entfernt) und Laufzeit (eher kurz – eher lang) kann ein Options-Trade mehr oder weniger offensiv eingestellt werden, was sich direkt auf die Höhe der initial vereinnahmten Optionsprämie auswirkt.

Je nachdem, wie offensiv eine Option beim Verkauf ausgerichtet ist, kann der Stillhalter allein schon durch die Vereinnahmung der initialen Optionsprämie eine annualisierte Rendite (bezogen auf das monetäre Commitment und dessen Laufzeit) von oft 15-30% erzielen. Bei offensiven Trades steigt allerdings auch die Wahrscheinlichkeit, dass die Option ausgeübt wird. Hier kommt nun ein weiterer Vorteil des Optionshandels zum Tragen: Optionen können “gerollt” werden, um eine Ausübung zu vermeiden. Mehr dazu in einem separaten Artikel.

Echtes Beispiel für den Erhalt der Prämie

Ein Beispiel: Ein Stillhalter verkauft einen PFE Dec09’22 45 Put. Dieser notiert aktuell (01.11.) bei 1,10$. Da eine Option für 100 Stück des Basiswertes steht, nimmt er beim Verkauf der Option eine Optionsprämie von 110$ ein. Dafür verpflichtet er sich 39 Tage lang, die Pfizer-Aktie im Falle einer Optionsausübung zu kaufen – was einem Commitment von 4.500$ abzgl. 110$ Prämie entspricht. 

Falls Pfizer zum Verfallstag des Puts unter 45$ notiert, wird die Option ausgeübt und der Stillhalter bekommt 100 Stück Pfizer-Aktien eingebucht. Seine Kostenbasis liegt durch die Vereinnahmung der Prämie allerdings nur bei 45$-1,10$ = 43,90$. Damit ist er besser gestellt, als hätte er die Pfizer-Aktie anfangs zum dann aktuellen Kurs direkt an der Börse gekauft (im Beispiel hätten diese 46,83$ gekostet). Der Stillhalter kann sogar weitere Optionsprämien generieren, indem er Call-Optionen auf seinen neuen Aktienbestand verkauft. Zudem profitiert er nun von Dividendenzahlungen und hat dank des niedrigeren Einstandskurses eine höhere persönliche Dividendenrendite.

Falls die Aktie zum Verfall hingegen über 45$ notiert, verfällt die Option wertlos – die Prämie darf der Stillhalter dennoch in voller Höhe behalten. Er kann direkt die nächste Option verkaufen. Seine annualisierte Rendite beträgt allein durch die Prämieneinnahme: (110$ / 4.500$) * (365 Tage / 39 Tage) = 22,8%.

In der Optionskette lassen sich die Marktpreise für verschiedene Optionen auf die Pfizer-Aktie sehr schnell und übersichtlich bei Estably ablesen. 

Die Optionsprämie

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